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Kongress: The International Legacy of Lehendakari José A. Agirre’s Government

1 Juni, 2016 // 9:00 am - 5:00 pm

Die wissenschaftliche Konferenz The International Legacy of Lehendakari José Antonio Agirre’s Government soll das Erbe des ersten baskischen Ministerpräsidenten (Lehendakari )José Antonio Agirre (1904-1960) auf umfassende Art und Weise untersuchen und aktuelle Betrachtungsweise seiner demokratischen und europäischen Bedeutung sowie seiner persönlichen und diplomatischen Verbindungen und seiner politischen, sozialen und kulturellen Überzeugungen vorstellen.

Die internationale Konferenz findet in diesem Frühling in Reno (William Douglass Center for Basque Studies, University of Nevada, Reno), Berlin (Humboldt Universität zu Berlin) und New York (Columbia University) statt. In Berlin führt der Gernika Deutsch-Baskischer Kulturvereins/Euskal Etxea Berlin zeitgleich die anlässlich des Aufenthalts des Lehendakari Agirre in Berlin, der sich 2016 zum 75. Mal jährt, organisierten Veranstaltungen durch. Die Konferenz kann auf die Teilnahme von mehr als 15 anerkannten Wissenschaftlern und Fachleuten zählen, die unter anderem die Rolle ausländischer Mächte wie Großbritanniens und des Vatikans im Verlauf des spanischen Bürgerkriegs, den Gedanken der europäischen Integration, welcher die diplomatischen Aktivitäten der baskischen Exilregierung leitete, den politischen Einfluss des baskischen Exils sowie die Bedeutung der Erinnerungskultur in der aktuellen Politik und Kunst des Baskenlandes beleuchten werden.

Organisationskomitee: Prof. Dr. Mari Jose Olaziregi (Instituto Vasco Etxepare – MHLI), Prof. Dr. Xabier Irujo (William Douglass Center for Basque Studies– Reno) und Prof. Dr. Carsten Sinner (Universität Leipzig)

Sekretär des Kongresses: Unai Lauzirika (Universität Leipzig)

Finanzielle Unterstützung: Instituto Vasco Etxepare, William Douglass Center for Basque Studies (University of Nevada, Reno), Universität Leipzig, Agirre Lehendakaria Center (Universidad del País Vasco-Euskal Herriko Unibertsitatea), Cátedra Mikel Laboa (UPV-EHU) und Forschungsgruppe MHLI (UPV-EHU).

Mari Jose Olaziregi (Etxepare Institutua), Xabier Irujo (CBS, Reno), Carsten Sinner (Universität Leipzig)

(Kongress in englischer Sprache)

// Abstracts und Ablauf

9:00 Anmeldung
9:30 Begrüßung

Mari Jose Olaziregi (Baskisches Institut Etxepare, Universität des Baskenlandes)
Carsten Sinner (Universität Leipzig)
Xabier Irujo (Center for Basque Studies (CBS), Universität Nevada, Reno)

9:40 Lehendakari Agirre and his Government: Forerunners of Europeism

Mikel Antón (Direktor für Europäisches der Baskischen Regierung, Eurobask)

Lehendakari (President) Agirre can be considered as the most charismatic and significant 20th century Basque politician. A man with profound Catholic beliefs and a convinced humanist, he carried out intense political activity, both in the Basque Country, Euskadi, and during his long exile. Three milestones mark an unparallelled political career: the approval of the Gernika Statute in 1936, his defence of the Republic from exile and his participation in the first steps of what would eventually be the project of political integration in Europe.

He was a Basque patriot who worked for democracy and against totalitarianism. His doctrine advocated the union of the peoples of Europe through federalism and profound humanism. Federalism and Christian Democracy were the two pillars on which Agirre based his foreign activity. His participation in the establishment of the Nouvelles Equipes Internationales (New International Teams) was the first step in the birth of what is now known as Christian Democracy.

However, the events that would lead to the Cold War thwarted Agirre’s dreams and plans. With Franco’s Spain reinstated internationally, Agirre and his government lost importance and Europe would end up being established on the basis of nation states and not, as Agirre proposed, on the Peoples of Europe.

Despite everything, his doctrine, his good work and his charisma, linked to the circumstances of his early death in 1960, at just 56 years of age, converted him into a myth and a reference. He was, in short, a forerunner of Europeanism who inspired and continues to inspire later generations.

10:00 British and American Plans for Tackling Franco During World War II and the OSS Proposal of Bringing to Power an Opposition Movement Led by José Antonio Agirre

Carlos Collado Seidel (Philipps-Universität Marburg)

Die britische und die amerikanische Regierung waren während des Zweiten Weltkriegs viel tiefer in Pläne zum Sturz der Franco-Diktatur verwickelt, als bisher bekannt. Nicht zuletzt umfasste dies einen Vorschlag von William Donovan, dem Chef des Büros für strategische Dienste (OSS), den Diktator in einer geheimen Operation zu stürzen und eine neue spanische Regierung mit dem baskischen Lehendakari José Antonio Agirre an der Spitze einzusetzen. Im Vortrag soll dieses konkrete Vorhaben im Gesamtbild der Politik, die die Alliierten gegenüber Spanien verfolgten, und vor dem Hintergrund ihrer Überlegungen, wie das Franco-Regime am besten zu stürzen sei, verortet werden. Auch die Frage, warum diese Pläne schließlich ergebnislos blieben, wird beleuchtet.

11:00 Pause
11:30 The Repression of Loyal Military in Euskadi

Joan Villarroya Font (Universitat de Barcelona)

Eines der ersten Opfer des Bürgerkriegs war José Rodríguez Medel, Chef der Kommandantur der Guardia Civil in Navarra, der von einigen seiner Untergebenen ermordet wurde, weil er sich gegen den bevorstehenden Staatsstreich in Pamplona stellte. Dies geschah noch am Abend des ersten Tages des Militäraufstandes, am 18. Juli 1936. So wie er blieben auch andere Militärs, die in Garnisonen in Bilbao und San Sebastián stationiert waren, der republikanischen Regierung treu, um anschließend in den Reihen des Heeres von Euskadi und teilweise später noch an anderen Fronten zu dienen. Sie bezahlten ihre Loyalität mit dem Leben. Einige, wie etwa der Oberstleutnant Joaquín Vidal Munárriz, wurden nach Kriegsende, genauer im August 1939 in Bilbao, hingerichtet. Andere, wie der Oberst der Kavallerie Gumersindo Azcarate Gómez, wurden nach ihrer Gefangennahme 1937 in Bilbao standrechtlich erschossen. Insgesamt wurde fast ein Dutzend Offiziere für ihre Treue zur Republik und deren Institutionen hingerichtet, die Mehrheit von ihnen in Bilbao.

12:30 Seventeen Months in Disguise. J. A. de Agirre’s Clandestine Life, 10 May 1940 – 9 October 1941

Nicholas Rankin (Journalist BBC World)

Seit dem Beginn des Blitzkriegs in Belgien bis zu seiner Ankunft in Uruguay war Lehendakari Agirre ein von den Diktaturen Gejagter. Im Falle einer Gefangennahme stand ihm die Auslieferung an Francos Spanien und die Exekution bevor – das gleiche Schicksal, das bereits den Präsidenten Kataloniens, Luis Companys, ereilt hatte. Um im von den Nazis besetzen Europa zu überleben, änderte er seine Identität und Persönlichkeit. Der einst charismatische und überschwängliche José Antonio de Agirre y Lecube aus Euzkadi ließ sich einen Schnurrbart wachsen, trug eine schwere Brille und schrumpfte zu dem unscheinbaren und bescheideneren Dr. José Andrés Alvarez Lastra aus Panama. Ausgehend von Agirres Schriften und seinem Tagebuch betrachtet Nicholas Rankin die persönlichen Höhen und Tiefen hinter dieser gefährlichen Maskerade im Herzen des feindlichen Gebiets.

13:30 Pause
15:00 The Vatican and the Basque Country (1931-1939)

Hilari Raguer i Suñer (Historiker, Kloster Montserrat)

Die Diözese von Vitoria umfasste vor dem Bürgerkrieg die drei baskischen Provinzen Álava, Guipuzcua und Vizcaya. Ihr Seminar war das beste in ganz Spanien; die Priesterausbildung war in sozialen Belangen sehr fortschrittlich, gleichzeitig aber auch sehr traditionell in Bezug auf die katholischen Dogmen. Religiosität war im Baskenland weit verbreitet und priesterliche, religiöse und missionarische Berufungen gab es reichlich. In der republikanischen Ära setzte sich die Baskische Nationalpartei (PNV) im Spanischen Parlament für die Belange der Kirche ein. 1936, nach anfänglichem Zögern, entschlossen sich die baskischen Nationalisten den franquistischen Invasoren Widerstand zu leisten. Trotz des hohen Drucks vonseiten Francos sprach sich der Heilige Stuhl nicht gegen die baskischen Katholiken aus und versuchte sogar bessere Bedingungen für sie vor der Kapitulation auszuhandeln.

16:00 Genocide in the Basque Country (1936-1945)

Xabier Irujo (Center for Basque Studies, Universität Nevada, Reno)

Ausgehend von Primärquellen, archivarischen Dokumenten und Interviews mit vielen baskischen politischen Exilanten, Widerstandskämpfern und ehemaligen Insassen von Arbeitslagern wird der Vortrag die Baskische Regierung im Exil beleuchten. Entstanden während der Anfänge eines blutigen Kriegs wurde die Regierung gezwungen einen Massenexodus zu organisieren und anschließend vor die Aufgabe gestellt, ihre Bevölkerung im Exil zu versorgen. Nach dieser Anfangsperiode wurden die Basken im Exil mit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert und waren gezwungen erneut zu fliehen, diesmal hauptsächlich nach Nord- und Südamerika. Ohne jemals ihren Widerstand gegen die Diktatur Francisco Francos aufzugeben setzte die Regierung ihre Mühen über 40 lange Jahre hinweg fort, durch heiße und kalte Kriege ebenso wie durch zahllose politische Entwicklungen. Den Spuren Lehendakari Agirres folgend ist dieser Vortrag vor allem aber die Geschichte aller Basken, die ins Exil gehen mussten, und dient als Zeugnis ihrer ungebrochenen Entschlossenheit in ihre Heimat zurückzukehren.

 

Organisation:   

Etxepare newsletter logo_GOOD2000_m

Unterstützung und Kooperation:

Agirre Lehendakaria CenterLaboa Katedra LOGOAMHLI_Logoberriahusiegel_bw

Details

Datum:
1 Juni, 2016
Zeit:
9:00 am - 5:00 pm
Veranstaltungkategorie:

Veranstalter

Center for Basque Studies, University of Nevada, Reno
Universität Leipzig
Etxepare Euskal Institutua

Veranstaltungsort

Humboldt-Universität zu Berlin, Fritz-Reuter-Saal
Dorotheenstraße 24
Berlin, 10117 Alemania
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